Geschichte

Gründung 1936

Die Geburtsstunde unseres Klubs fiel in eine eher schwierige Zeit. Um 1936 grassierte im ganzen Land weit verbreitete Arbeitslosigkeit und es existierten nur minime Verdienstmöglichkeiten. Man nennt diese Zeit die „Krise der Dreissiger-Jahre“. Es war für uns Junge aber auch eine schöne Zeit; Denn da es damals noch kein Fernsehen gab und die meisten von uns kein Radio besaßen, so erhielten die gemeinsam verbrachten Stunden und Tage im Freundeskreis und unter Gleichgesinnten desto größeren Stellenwert. Man hatte noch Zeit füreinander. Es gab noch keine Luftverschmutzung oder Waldschäden. Die Natur war bei uns noch intakt und wir Junge genossen diese, trotz der Sorgen um das tägliche Brot.

1935 gründeten einige naturverbundene Idealisten in Plaffeien einen Sportverein mit Namen „Alpenrose“ und als dessen Präsident fungierte Riedo Felix, Metzger. Ein Jahr später, also 1936, wurde dann im Zuge der in Schwung kommenden Skiklubs auch in Plaffeien ein solcher gegründet. Der Sportklub „Alpenrose“ ging auf im „Skiklub Plaffeien“, zu dessen erstem Präsident Raemy Wilhelm (genannt „Chrattnersch Häumu“) ernannt wurde. Leider müssen wir uns auf die Aussagen von noch lebenden Teilnehmern an dieser Versammlung stützen, denn es existieren weder Gründungsprotokoll noch sonstige Notizen dazu. Der erste schriftliche Hinweis besteht darin, dass im Kassabuch mit Datum 1.Januar 1937 folgender Eintrag gemacht wurde:

Übertrag von Sportverein Alpenrose im Dez. 1936 Fr. 15.35

In guter Erinnerung ist dem Schreibenden noch die damalige Zeit, als mehrere Jungmänner aus Plaffeien, um der andauernden Arbeitslosigkeit zu entgehen, sich für einige Monate oder auch länger als freiwillige Soldaten bei den Grenzschutztruppen verpflichteten. Sie bekamen (ohne Grad) einen täglichen Sold von 4 Franken plus Essen und Bekleidung. Als Freiwilliger und strammer Feldweibel rückte auch der Präsident Häumu ein. Vor meinem geistigen Auge sehe ich ihn noch immer, wie er an der Seite von langgezogenen, marschierenden Soldatenkolonnen auf der Strasse durchs Telmoos dem Schwarzsee zustrebt. So kam es, dass der Präsident des Skiklubs oft für längere Zeit abwesend war. Aus diesem Grund reichte er schon nach einem Jahr seine Demission ein.
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Folgende Namen sind als Gründer des Skiklub Plaffeien verbürgt: (ohne Garantie auf Vollständigkeit der Liste)

Name Wohnort Funktion
Wilhelm Raemy Chrattnersch Häumu, Rufenen Präsident
Anton Raemy Maurer, Chrommen Kassier
Alfons Ackermann Maurer, Chrommen Sekretär
Pius Neuhaus Gumlers Pieru, Jost-Rütti Tourenchef
Felix Bächler Elektriker, Dorf
Peter Bächler sel. Mechaniker, Dorf
Oskar Haymoz Ried
Hans Neuhaus sel. Dieters, Kloster
Dominik Raemy Maurer, Chrommen
Felix Riedo Metzger, Dorf
Paul Zbinden sel. Hotel Alpenklub, Dorf
Albin Zehnder Flachmatt
Joseph Zbinden Wagner, Dorf

1937 – 1940

Ans Zepter kam nun ein Mann, der die Geschicke des Skiklubs Plaffeien volle 25 Jahre leiten sollte. Felix Grossrieder, seines Zeichens Coiffeur und Schneidermeister in der Rishalta. In all den Jahren schrieb er fein säuberlich, wie es seine Art ist, kürzere oder längere Berichte über durchgeführte Skirennen oder Klubausflüge in ein Buch, manchmal mit träfen Wörtern gespickt.
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Felix Grossrieder
Präsident 1937 – 1962

Tombola vom 13. Februar 1938

An einem herrlichen Wintermorgen, etwa um 1935/36, stiegen wir mit unseren Holzskies, Fabrikation Wagner-Tonis-Seppel (ohne Metallkanten, aber mit Steigwachs) von Gutmannshaus auf den Stoos. Oben angekommen, entnahmen wir den Rucksäcken das erste Pick-Nick. Der Seppel (die Frechheit selbst), musste dringend „seine Hosen kehren“ und tat dies mitten vor uns, die Skier noch angeschnallt. Einer von uns gab ihm dann unvermittelt einen Schubs und schon sauste der Seppel wie ein Rohrspatz schimpfend, mit nacktem Hintern auf dem Schnee den Hang hinunter.

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Unsere Behörden als Gegner des Skisportes hatten uns viel Ärger und unnütze Gänge verursacht. Da hat uns aber unser Klubwirt, Herr Josef Neuhaus, glänzend aus der Sache geholfen, was ihm an dieser Stelle bestens verdankt sei.

Generalversammlung vom 6. November 1938

Das Hüttengeld wird wie folgt festgesetzt: Tagestaxe mit Kochgelegenheit und Benützung unseres Materials 50 Rappen, Nachttaxe mit Heizung Fr. 1.-, Einschreiben in Hüttenbuch obligatorisch.

Kant. Meisterschaften Jaun – Sonntag, 29. Januar 1939

Grosskampftag in Jaun. Schon früh morgens fahren 2 vollbesetzte Autos von Plaffeien durch’s Welschland. Der Miggu will aber wieder seine Laune haben, der sucht Jaun in der Richtung Valsainte; ein guter Kilometer retour und wieder ist man auf der richtigen Strasse.

1940 – 1945

Von 1940 bis 1945 konnten die Generalversammlungen nur noch unregelmässig abgehalten werden, weil viele Mitglieder des Skiklub oft für längere Zeit im Militärdienst weilten.

Die Klubrennen fanden deshalb meistens in der näheren Umgebung des Dorfes statt. Die Route sah etwa folgendermaßen aus: Start beim Transformatorenturm, nach obere Plötscha – Tschüplern – Scheibenstand – oberen Hapfern – Hohliebi – obere Rütti – Puursch Hubel, allwo noch ein Slalom abgesteckt war.

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